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Antwort

Ein Kieferorthopäde ist zunächst einmal ein Zahnarzt. Das heißt, er hat mindestens 10 Semester Zahnheilkunde studiert und anschließend Staatsexamen gemacht.

Erst danach kann er sich auf das Fachgebiet "Kieferorthopädie" spezialisieren.

Die Weiterbildung zum Kieferorthopäden dauert mindestens 3 Jahre. Davon muß wenigstens 1 Jahr an einer Universitätsabteilung für Kieferorthopädie verbracht werden, während 2 Jahre auch in besonders qualifizierten kieferorthopädischen Praxen stattfinden können.

Bevor eine Zahnärztekammer dem Kandidaten das Recht erteilt, sich Kieferorthopäde zu nennen, muß dieser sein Wissen in einer Prüfung nachweisen. Wenn der Kieferorthopäde endlich seine eigene Praxis eröffnet, hat er also mindestens 9 1/2 Jahre Studium und Weiterbildung hinter sich gebracht.

Danach kommt aber lebenslange Fortbildung durch Fachzeitschriften, aktuelle Fachbücher, Fachdiskussionen im Internet, Besuch von Veranstaltungen, Kongressen und Kursen und kollegiale Fortbildungskreise, sonst veralten die Kenntnisse bald.

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Was ist Kiefer-Orthopädie? <

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Der normale Behandlungsbeginn einer kieferorthopädsichen Behandlung erfolgt in der Regel vor dem pubertären Wachstumsmaximum (bei Mädchen ca. 9 Jahren, bei Jungen ca. 10 Jahren).

Meistens ist der Zeitpunkt erreicht, wenn mittlerer und seitlicher Schneidezahn im Oberkiefer durchgebrochen sind. Abweichungen zwischen Zahnentwicklung und allgemeiner körperlicher Entwicklung sind allerdings nicht selten.

Eine 1. kieferorthopädische Kontrolle kann bereits mit dem 4.-5. Lebensjahr erfolgen, da sich schon in diesem Alter große Abweichungen von der Norm erkennen lassen.

Zum Beispiel sollten Kreuzbisse bzw. umgekehrte Überbisse prophylaktisch mit einfachen Maßnahmen zur Entwicklungssteuerung behandelt werden.

Auch eine z.B. durch Fingerlutschen hervorgerufene abnorme Schneidezahnstellung sollte aus Gründen der Verbesserung der Sprach-. Schluck- und Lippenfunktion und nicht zuletzt zum Schutz der Zähne korrigiert werden. Oftmals genügt schon das Abstellen der Lutsch-Unart und das Tragen eine sogenannten Mundvorhofplatte. Auch die Überweisung zum Sprachtherapeuten bzw. Logopäden sollte in Erwägung gezogen werden.

Diese Frühbehandlungen führen oft zu einer Normalisierung der Funktion und somit zu einer Fortsetzung normalen Wachstums, was häufig dazu führt, daß eine spätere aufwendige kieferorthopädische Behandlung vermieden werden kann.

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Wann sollte man mit der Behandlung beginnen? <

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Bei Patienten, die im KIG (kieferorthopädische Indikationsgruppen) sind und deren Behandlung vor dem 18. Lebensjahr begonnen wird, tragen die gesetzlichen Krankenkassen die gesamten Kosten.

Bei Patienten, die im KIG (kieferorthopädische Indikationsgruppen) sind und deren Behandlung vor dem 18. Lebensjahr begonnen wird, tragen die gesetzlichen Krankenkassen die gesamten Kosten. Es ist jedoch so geregelt, dass der Versicherte zunächst einen Eigenanteil von 20% bzw. 10% von jeder Quartalsrechnung bezahlt, den er nach erfolgreichem Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung von der Krankenkasse zurückerstattet bekommt. Sollte die Behandlung aus Gründen unzureichender Mitarbeit oder gehäuften Nichterscheinens zu vereinbarten Terminen abgebrochen werden müssen, behält die Krankenkasse den Eigenanteil des Patienten ein.

Bei Erwachsenen nach dem 18. Lebensjahr werden die Kosten nur übernommen, wenn eine kombiniert chirurgisch-kieferorthopädische Therapie erforderlich ist.

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Wieviel bezahlt die Krankenkasse? <

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Zähne lassen sich bei gesunden Verhältnissen ein Leben lang bewegen. Wie und warum sich Zähne ein Leben lang bewegen lassen. Der Zahn ist eine selbständige Einheit und nicht fest mit dem Kieferknochen verwachsen.

Durch ein enges Fasergewebe erhält die Zahnwurzel im Zahnfach -der Alveole- einen festen Halt. Zwischen der Wurzeloberfläche und der Wand des Zahnfaches verbleibt ein geringer Spalt, der durch das Faserwerk ausgefüllt ist.

Stellungsänderungen der Zähne können in jedem Lebensalter von selbst eintreten oder durch kieferorthopädische Behandlung erfolgen.

Zahnwechsel und Durchbruch der bleibenden Backenzähne bei Kindern und Jugendlichen sind von natürlichen Abbau- und Anbauvorgängen im Kieferknochen begleitet, die durch den Wachstumsdruck ausgelöst werden. Während sich der Kieferknochen umgestaltet, bleibt die Zahnwurzel unbeschädigt und in ihrer Form stabil. Die biologische Eigenschaft des Kieferknochens - er reagiert auf Druck durch Knochenabbau und bei Zugwirkung auf die Haltefasern der Wurzeln durch Knochenneubildung - bleibt lebenslang und altersunabhängig bestehen.

Die starken Kräfte beim Abbeißen oder beim Kauen verursachen aber keine Zahnstellungsänderungen, da die Krafteinwirkung nur sehr kurz ist. Lang anhaltender Druck auf die Zähne - selbst wenn die Kräfte nur sehr gering sind - bewirken Zahnstellungsänderungen.

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Bis zu welchem Alter lassen sich Zähne bewegen? <

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Ein Teil der Kieferanomalien ist vermeidbar. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß die Eltern schon vom Säuglingsalter an die Beiß-, Saug-, Atem- und Schluckgewohnheiten ihrer Kinder genau beobachten und nicht so lange warten, bis dem Zahnarzt irgendwann einmal bei einer Zahnbehandlung die Kiefer- oder Gebißfehlbildung auffällt.

Hier ein paar der wichtigsten Ratschläge, die helfen können, Zahnstellungs- und Kieferanomalien zu vermeiden:

  1. Geben Sie dem Säugling, wenn er lutschen will, einen Beruhigungssauger. Den können Sie ihm eines Tages wieder wegnehmen, den Daumen nicht.
  2. Beobachten Sie Ihr Kind beim Beißen, Saugen, Atmen und Schlucken. Schädliche Gewohnheiten, wie das Beißen oder Saugen an den Lippen, Fehlfunktionen der Zunge oder falsche Schluckgewohnheiten führen zu Fehlbildungen der Kieferbögen und zu Sprechfehlern.
  3. Kontrollieren Sie regelmäßig die Gebißentwicklung. Fehlstellungen der Zähne im Milchgebiß kann man gut erkennen: Als Folge des Lutschens entsteht oft ein sogenannter "offener Biß", daß heißt, die Frontzähne berühren sich nicht mehr in der Abbißstellung, sondern klaffen mehrere Millimeter auseinander.
  4. Beobachten Sie genau den Biß Ihres Kindes. Stehen die oberen Frontzähne weit vor den unteren, liegt eine sogenannte "Frontzahnstufe" vor, die frühzeitig behandelt werden sollte. Die Ursache ist ein zu schmaler Oberkiefer, möglicherweise als Folge von Lutschgewohnheiten. Beißen dagegen die oberen Frontzähne fälschlicherweise nicht über, sondern hinter die unteren Frontzähne, liegt ein sogenannter "umgekehrter Überbiß" vor. Auch hier kann nur ein frühzeitiges Erkennen und Behandeln eine Wachstumshemmung des Oberkiefers, eine spätere zeitaufwendige Behandlung oder, in extremen Fällen, gar ein größerer operativer Eingriff vermieden werden. Ist der Mund schief beim Zusammenbiß liegt ein sogenannter "Kreuzbiß der Seitenzähne" vor, der den Unterkiefer zu einer Seite hin verlagert. Diese Belastung führt später oft zu Kiefergelenkbeschwerden.
  5. Ein genereller Rat: Lassen Sie Ihr Kind, sobald es vier Jahre alt ist, von einem Kieferorthopäden genau untersuchen. Er kann Ihnen sagen, ob eine Frühbehandlung angezeigt ist oder ob mit noch einfacheren Maßnahmen im Milchgebiß eine regelrechte Gebißentwicklung gesichert werden kann. Häufig kann durch den Einsatz einer Mundvorhofplatte ein Großteil der noch entwickelnden Gebißanomalien vermieden werden.

Noch ein Hinweis zur eigenverantwortlichen Selbsthilfe:

Er betrifft die Erhaltung des naturgesunden Milchgebisses. Der vorzeitige Verlust - oftmals nur eines einzigen Milchbackenzahnes - führt häufig schon zu einer Kieferanomalie. Die noch nicht durchgebrochenen Seitenzähne drängen nach vorn und verengen den Platz für die bleibenden Zähne. Gerade die Seitenzähne des Milchgebisses müssen im 9. bis 11. Lebensjahr den Platz für die bleibenden Zähne erhalten.

Hier hilft nur eine systematische Mundpflege vom Kleinkindalter an. Hilfreich ist auch eine Fluoranreicherung des Schmelzes durch Tabletten oder durch Zahnpasten, die mit Fluoriden versetzt sind. Wir Kieferorthopäden befürworten Fluoridierungsmaßnahmen, deren hilfreiche Wirkung weltweit bewiesen ist. Auch sind wir, wie alle Zahnärzte, für eine "zahngesunde Ernährung" ohne zuckersüße Zwischenmahlzeiten. Und wir sind für den mindestens zweimaligen Besuch pro Jahr beim Zahnarzt als vierte Säule zur Zahngesundheit.

Kieferorthopädische Behandlungen im Milchgebiß sind eine Prophylaxe für das bleibende Gebiß, ja für das ganze Kiefer-Gesichtssystem.

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Worauf sollten Eltern achten? <